Spielbericht – HSG Neuenburg/Bockhorn vs. TuS Holthusen – 4. Spieltag (Nachholspiel)

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2017/2018 – 4. Spieltag (Nachholspiel)

 

HSG Neuenburg/Bockhorn vs. TuS Holthusen 23:18 (10:10)

 

Krönung bleibt aus

17 torlose Minuten am Stück haben den Herrenhandballern des TuS Holthusen im Meisterschaftsendspiel bei der HSG Neuenburg/Bockhorn eine durchaus mögliche Titelchance zunichte gemacht. So durften am Ende die Hausherren einen 23:18-Heimsieg bejubeln.

Mit einem fast voll besetzten Bus, einem in den vergangenen Jahren noch nie vorhandenen 18-Mann-Kader und ordentlich Selbstvertrauen ging es für die Rheiderländer Richtung Zetel. Und auch der Tabellenführer aus der friesischen Wehde hatte für den Showdown um den Titel Personal im Überfluss und jede Menge Unterstützung auf den Rängen. Somit war eigentlich alles angerichtet für das ultimative Saisonfinale in der Regionsoberliga Ems Jade. Und es schien tatsächlich zunächst danach auszusehen, dass das Team von Trainer Johann Janssen mit der Anspannung und dem durchaus vorhandenen Druck besser umgehen kann als die Mannschaft von Trainer Bernd Frosch. Mit einem im ersten Durchgang überragenden Steffen Luikenga im Tor und einer sehr ordentlichen Abwehrreihe davor konnte man etliche Ballgewinne verzeichnen. Diese wurden in den ersten Minuten im Angriff dann auch größtenteils in Torerfolge umgemünzt und bescherte den Blau-Weißen bereits früh eine 3-Tore-Führung. Weil man in der Folge jedoch immer wieder technische Fehler und viel zu viele Fehlwürfe produzierte, konnte die HSG Mitte der ersten Halbzeit wieder den Anschluss herstellen. Bis fünf Minuten vor der Pause lag jedoch ausschließlich der Tabellenzweite in Führung. Was dann jedoch folgte, war zu einem mehr als unnötig, nicht wirklich zu erklären und letztendlich auch spielentscheidend. Denn ab der 25. Spielminute lief im Holthuser Angriffsspiel einfach überhaupt nichts mehr. Ängstlich, unentschlossen und vollkommen fehlerbehaftet schenkte man einen Ball nach dem anderen ab. Nur der bis zum Pausenpfiff weiterhin guten Defensivleistung war es zu verdanken, dass es mit einem 10:10-Unentschieden in die Kabinen ging.

Dort versuchte Janssen seinen Schützlingen den Spaß und Glauben an einen möglichen Erfolg noch einmal in die Köpfe zu bringen und damit verbunden im Angriff das Potenzial abzurufen, das man in so vielen Spielen der Saison bereits gezeigt hatte. Doch es kam alles anders als erhofft. Denn neben einem weiterhin ganz schwachen Angriff, der gegen die aggressive und tiefstehende 6:0-Abwehr der HSG phasenweise überhaupt kein Mittel fand und Fehler am laufenden Band machte, verlor man auch noch in der Abwehr den Zugriff. Die logische Konsequenz war, dass der TuS nur noch hinterherlief und sich die Heimsieben mit sieben Toren in Folge vorentscheidend auf 16:10 absetzen konnte. Erst in Minute Nr. 42 durften die Gäste wieder einen Torerfolg bejubeln und läuteten damit ihre beste Phase der zweiten Halbzeit ein. Plötzlich wackelten die Hausherren und mussten mit ansehen, wie die Holthuser Tor um Tor aufholten. Zehn Minuten vor dem Ende war die Janssen-Sieben wieder in Schlagdistanz und nur noch drei Tore trennten beide Teams. Allerdings sollte einer wirklich erfolgreichen Aufholjagd die dann wieder einsetzende Offensivschwäche einen Strich durch die Rechnung machen. So gelang es der schlichtweg etwas fehlerfreier spielenden HSG wieder, auf fünf Tore davonzuziehen und dem TuS so endgültig den Todesstoß zu verleihen. Für eine richtige Wende der Begegnung fehlte den Gästen in den letzten Minuten die Cleverness und vor allem Kaltschnäuzigkeit im Angriff. So jubelte verdientermaßen beim Schlusspfiff die Heimsieben über einen 23:18-Erfolg, den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesklasse Nord.

Auch wenn es den Holthuser ausgerechnet in diesem Spiel nicht gelang, das vorhandene Leistungsvermögen abzurufen, kann man im Lager der Rheiderländer mehr als stolz auf das Geleistete sein und beendet die Saison – vorausgesetzt es gilt der direkte Vergleich – auf einem bärenstarken zweiten Platz.

TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann (TW), Jan Löning (5/3), Marcus Wilken (1), Jörg Janssen, Thomas Pawlik (3), Joachim Freese, Nico Havrilla (2/2), Jörn Battermann (1), Keno Poppen, Thomas Janssen, Malte Löning (1), Dr. Michael Frese (3), Markus Janssen (2).

Schiedsrichter: Kevin Adolph & Tarek Redler

Spielfilm: 2:3 (5. Min.), 4:5 (10.), 6:7 (15.), 7:8 (20.), 9:10 (25.), 10:10 (Halbzeit), 12:10 (35.), 16:10 (40.), 17:12 (45.), 19:16 (50.), 21:16 (55.), 23:18 (Ende).

Zeitstrafen: 4 (TuS) / 6 (HSG)

Siebenmeter: 8 – 5 Tore (TuS) / 4 – 3 Tore (HSG)