Spielbericht – WVV HV III vs. TuS Holthusen – 2. Spieltag

Spielbericht

Regionsoberliga Ems Jade, Saison 2017/2018, 2. Spieltag

Wilhelmshavener HV III vs. TuS Holthusen 22:22 (8:14)

Kampfspiel endet Unentschieden

Mit einem 22:22-Unentschieden im Gepäck sind die Herrenhandballer des TuS Holthusen vom Gastspiel beim Wilhelmshavener HV III zurückgekehrt. Nach einer überragenden ersten Halbzeit mussten die Rheiderländer zwischenzeitlich jedoch um den Punktgewinn zittern, der allerdings unter‘m Strich mehr als verdient war.

Wenn mir vor dem Spiel ein Unentschieden angeboten worden wäre, hätte ich das sofort unterschrieben. Nach der Partie und dem Spielverlauf hingegen haben wir einen Punkt liegen gelassen.“ Die Bilanz von Trainer Johann Janssen sagt eigentlich alles aus über den Saisonauftakt seiner Männer. Mit jeder Menge Fragezeichen war man am späten Samstagnachmittag an den Jadebusen gereist. Personell hatte man nach kurzfristigen Änderungen zwar 12 Akteure zur Verfügung und somit ausreichend Wechselmöglichkeiten, ungewiss war dagegen, wie man nach monatelanger wettkampffreier Zeit aus den Startlöchern kommen würde. Schließlich erwartete die Blau-Weißen mit der dritten Mannschaft des Handball-Zweitligisten ein Team, dass sich mit dem direkten Wiederaufstieg ambitionierte Ziele gesteckt hatte. Es waren dann allerdings die Gäste, die dem Spiel direkt ihren Stempel aufdrückten und sofort in der Partie waren. Über eine bärenstarke Abwehr mit einem hervorragend aufgelegten Lars de Buhr im Tor erkämpfte sich der TuS etliche Bälle, die man im Angriff mit Geduld und den nötigen Ideen in Torerfolge umwandelte. Dabei machte sich vor allem die Variabilität in der Offensive bemerkbar, denn man strahlte von allen Positionen Torgefahr aus und machte es der WHV-Abwehr so schwer, sich auf spezielle Spieler zu konzentrieren. Zwar kam die Heimsieben Mitte der ersten Halbzeit wieder heran, doch danach spielten wieder nur die Holthuser, die den sehr starken ersten Durchgang mit einem Tor von Jan Löning, der mit acht Toren bester Schütze des TuS war, und einer 14:8-Führung beendeten.

Dass die Begegnung noch lange nicht entschieden ist, die Konzentration hoch gehalten werden muss und die ersten zehn Minuten im zweiten Durchgang spielentscheidend sein werden, müssen die Gäste in der Kabine wohl überhört haben. Denn Janssens Pausenansprache sollte sich zum Leidwesen seiner Akteure bewahrheiten. Auch wenn man im ersten Angriff die Führung auf sieben Tore ausbauen konnte, war es danach mit der Herrlichkeit vorbei. Unerklärliche Abspiel- und Fangfehler sowie eine äußerst schlechte Wurfauswahl bildeten eine perfekte Einladung für die Hausherren, die sich nicht zweimal bitten ließen und die Ballgewinne nutzten, um Tor um Tor zu verkürzen. So war es kaum verwunderlich, dass es eine Viertelstunde vor dem Ende auf einmal wieder 18:18 stand. Den Gästen drohten die Felle wegzuschwimmen, vor allem, als man kurze Zeit später sogar mit zwei Toren zurücklag. Dieser Rückstand sollte jedoch ein erneuter Weckruf für die Holthuser sein, denen es plötzlich wieder gelang, aggressiv und im Kollektiv zu verteidigen und im Angriff die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Lohn waren vier Tore in Folge und eine Zwei-Tore-Führung gute drei Minuten vor Schluss. Anstatt jedoch nun den Auswärtssieg abgezockt einzutüten, leistete man sich innerhalb weniger Sekunden zwei mehr als vermeidbare Zeitstrafen. In doppelter Unterzahl gelang Wilhelmshaven direkt der Anschlusstreffer. Zwar konnten die Gäste den folgenden Angriff lange ausspielen, jedoch verschenkte man den Ball dann erneut und fing sich einen Tempogegenstoß, der mit einer weiteren Zeitstrafe und einem Siebenmeter endete. Zum Unmut des TuS, der diese Entscheidung des ansonsten sehr starken Duos Kaiser/Kaiser absolut nicht nachvollziehen konnte, sondern einen regelkonformen Block und eine Parade von Steffen Luikenga gesehen und mit einem Abwurf vom Tor gerechnet hatte. So musste man einige Sekunden nach dem erneuten Ausgleich sogar in dreifacher Unterzahl agieren. Mit letzter Kraft konnte man die letzte Spielminute allerdings herunterspielen, kam aber nicht mehr zu einer richtigen Wurfchance und konnte auch den direkten Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit nicht mehr zum entscheidenden Treffer nutzen. Damit blieb es beim 22:22-Unentschieden, das keinen so richtig glücklich machte.

Aufgrund des Spielverlaufs wäre ein doppelter Punktgewinn für den TuS sicherlich greifbarer gewesen, mit dem Ergebnis konnte man jedoch ein erstes Ausrufezeichen setzen und den ersten Meisterschaftsanwärter ärgern. Am kommenden Samstag folgt dann endlich der erste Auftritt vor heimischer Kulisse gegen die HSG Friedeburg/Burhafe.

TuS Holthusen: Lars de Buhr (TW), Steffen Luikenga (TW), Jürgen Dreesmann, Marcus Wilken (1), Jan Löning (8/5), Jörn Battermann, Keno Poppen (2/1), Nico Havrilla, Jörg Janssen (2), Johannes Kampen, Dr. Michael Frese (3), Markus Janssen (6).

Schiedsrichter: Jens Kaiser & Volker Kaiser

Spielfilm: 1:5 (5. Min.), 4:6 (10.), 7:7 (15.), 7:10 (20.), 7:11 (25.), 8:14 (Halbzeit), 12:16 (35.), 15:17 (40.), 17:18 (45.), 20:19 (50.), 20:21 (55.), 22:22 (Ende).

Zeitstrafen: 6 (TuS) / 2 (WHV)

Siebenmeter: 66 Tore (TuS) / 76 Tore (WHV)