Spielbericht – SG Moorsum vs. TuS Holthusen – 6. Spieltag

Spielbericht

Regionsoberliga Ems Jade, Saison 2017/2018, 6. Spieltag

 

SG Moorsum vs. TuS Holthusen 20:17 (10:8)

 

Offensives Armutszeugnis

 

Handball zum Abgewöhnen wurde den Zuschauern bei der Begegnung der Holthuser Herrenhandballer bei der SG Moorsum geboten. Aufgrund einer eklatanten Angriffsleistung mussten sich die Rheiderländer nicht unverdient mit 17:20 Toren geschlagen geben.

Da die Rheiderländer zehn Ausfälle kompensieren mussten, durfte sich sogar Keeper Lars Battermann in den Feldspieler-Dress werfen und als Kreisläufer agieren. Und auch die anderen Akteure fanden sich teilweise auf eher ungewohnten Positionen wieder. Die Start-Sieben, die Trainer Johann Janssen allerdings auf das Parkett schicken konnte, hätte für etwas Zählbares definitiv in Frage kommen können. Doch daraus sollte nichts werden. Schon die Anfangsphase der Partie zeigte, dass es in diesem Spiel keine Torflut geben wird. Ganz im Gegenteil: Nach zehn Minuten hatten beide Mannschaften erst zwei Tore erzielt. Diese Minuten spiegelten schon alles wider, was in den restlichen 50 Minuten noch folgen sollte. In der Abwehr konnten sich die Holthuser, wie bereits in der Vorwoche, darauf verlassen, dass Torwart Steffen Luikenga alles, was er halten musste, hielt und darüber hinaus noch etliche Hundertprozenter entschärfte. Er sollte einer von ganz wenigen Rheiderländer Lichtblicken bleiben. Grundsätzlich konnte Janssen mit der Defensivleistung seiner Mannen ganz zufrieden sein, was die nur 20 Gegentore auch belegen. Die riesengroße Baustelle an diesem Abend war jedoch das Angriffsspiel. Der SG reichte es dabei, sich mit teilweise sehr hartem Einsteigen den Respekt der Gäste zu erarbeiten. So spielte der TuS mit seinem unfassbar langsamen und ängstlichen Offensivspiel den Hausherren perfekt in die Karten. Die Blau-Weißen verzettelten sich immer wieder in uninspirierten Zweikämpfen gegen die körperlich stärkeren Moorsumer. Immer, wenn man den Ball schnell machte, sich viel bewegte und die Abwehr der SG in Bewegung brachte, kam man auch zu guten Wurfgelegenheiten, allerdings hatten solche Aktionen Seltenheitswert. Die Großchancen, die man sich dann doch mal erspielte, wurden teilweise kläglich liegengelassen. Und auch die Verzweiflungswürfe aus dem Rückraum waren derart schwach, dass es für den Torwart der Heimsieben ein leichtes war, diese abzuwehren, wenn sie denn überhaupt den Weg auf das Tor fanden. Trotz des schwachen Auftrittes lagen die Gäste zur Pause lediglich mit zwei Toren zurück. In seiner Pausenansprache versuchte Janssen, genau das in die Köpfe seiner Spieler zu bringen. Alles war noch möglich, es galt lediglich, die Angriffsleistung um 10-20 % zu steigern. Umsetzen konnten die Holthuser dies jedoch leider nicht. Fast zehn Minuten blieben die Gäste zu Beginn des zweiten Durchganges ohne eigenen Treffer und offenbarten in der Offensive kollektives Versagen. Auf der Gegenseite netzte die SG fleißig ein, sodass bei einem Stand von 8:14 aus Holthuser Sicht jegliche Hoffnung auf einen Gäste-Erfolg eigentlich schon gestorben war. Zwar versuchte man, sich immer wieder aufzurappeln und konnte auch bis auf drei Tore verkürzen. Doch die Vielzahl an Möglichkeiten, noch näher heranzukommen oder das Spiel gar zu drehen, ließ der TuS weiterhin in einer Art und Weise liegen, die für Ratlosigkeit und Entsetzen sorgte. Es passte zum rabenschwarzen Holthuser Abend, dass auch Schiedsrichter Karl-Heinz Schwarzenberger mit seiner Leistung für jede Menge Unmut bei den Rheiderländern sorgte und dabei viel zu selten das wahrlose Schlagen Richtung Hals und Gesicht der Moorsumer Abwehr ahndete. Und auch Schrittfehler, das Betreten des Kreises und ähnliche Vergehen wurden aus TuS-Sicht deutlich zum Nachteil der Gäste gepfiffen. Dass es fünf Minuten vor dem Ende zu einer glatten roten Karte für einen heftigen Schlag ins Gesicht eines TuS-Akteurs kam, hatte sich der Unparteiische durch sein fehlendes Durchgreifen selbst zuzuschreiben. Aber selbst trotz dieser Tatsache wäre es für den TuS mit einer auch nur annähernd normalen Angriffsleistung möglich gewesen, etwas Zählbares aus der Partie zu entführen. Rechnet man jedoch die jeweils sechs Treffer von Jan Löning und Markus Janssen heraus, verteilten sich auf die verbleibenden acht Feldspieler indiskutable fünf Tore. Die 17:20-Niederlage war somit nur die gerechte Quittung für einen ganz, ganz schwachen Holthuser Auftritt.

Das Team hat am kommenden Wochenende direkt die Chance, Wiedergutmachung zu betreiben. Im Pokal-Achtelfinale reist man dann zum Wilhelmshavener HV III. Ob man dort für ein Weiterkommen in Frage kommen wird, hängt dabei vor allem davon ab, inwieweit man endlich wieder mehr Personal zur Verfügung haben wird.

TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann, Johannes Kampen (1), Jan Löning (6/2), Jörg Janssen (2), Thomas Pawlik (1), Dr. Michael Frese (1), Marco Post, Malte Löning, Max Hartung, Markus Janssen (6).

Schiedsrichter: Karl-Heinz Schwarzenberger

Spielfilm: 1:1 (5. Min.), 2:2 (10.), 3:4 (15.), 5:4 (20.), 8:6 (25.), 10:8 (Halbzeit), 13:8 (35.), 14:9 (40.), 14:11 (45.), 17:13 (50.), 19:15 (55.), 20:17 (Ende).

Zeitstrafen: 2 (TuS) / 4 (SG)

Siebenmeter: 22 Tore (TuS) / 32 Tore (SG)