Spielbericht – SG STV/VfL Wilhelmshaven vs. TuS Holthusen – 17. Spieltag

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2017/2018 – 17. Spieltag

 

SG STV/VfL Wilhelmshaven vs. TuS Holthusen 30:25 (14:16)

 

Meisterschaft adé

Spiele bei der SG STV/VfL Wilhelmshaven bleiben für die Herrenhandballer des TuS Holthusen offenbar ein rotes Tuch. Denn auch im sechsten Versuch kassierte das Team von Trainer Johann Janssen gegen den routinierten Tabellenfünften eine Niederlage. Dass die 25:30-Pleite vollkommen unnötig, vermeidbar und dazu noch richtig schmerzhaft war, weil man dadurch die Hoffnungen auf die Meisterschaft ad acta legen kann, passt ins Bild dieser schwarzen Serie.

Allen personellen Problemen zum Trotz standen Janssen beim ungewohnten Freitagabend-Spiel elf Akteure zur Verfügung. Aber auch die Hausherren hatten ausgerechnet in dieser Partie für ihre Verhältnisse einen sehr breiten Kader vor Ort und alles dabei, was Rang und Namen hat. Ein Fakt, der die Aufgabe für den TuS nicht leichter machte. Wie bereits im Hinspiel nahmen beide Teams von der ersten Sekunde an einen Spieler in enge Manndeckung. Bei den Rheiderländern traf Markus Janssen dieses Schicksal, auf der Gegenseite durfte sich Guido Kreck, seines Zeichens Top-Torschütze der Liga, über eine Sonderbewachung freuen. Den Gästen spielte dies offensiv eigentlich in die Karten, denn die Lücken, die sich aus dieser taktischen Maßnahme ergaben, waren teilweise riesengroß. Um diese Freiräume jedoch auch nutzen zu können, war temporeicher Angriffshandball notwendig, und genau da lag das Kernproblem der Blau-Weißen an diesem Abend. Denn anstatt druckvoll und energisch seine Angriffe durchzuspielen, agierte man viel zu statisch und ideenlos. Immer wenn man schnell spielte, durfte die Heimsieben den Ball aus dem Netz holen, zumindest in der ersten Halbzeit. Dass man sich allerdings kein wirkliches Polster erspielte, lag an der ebenfalls schwachen Abwehrleistung. Es wurde zwar viel geredet, aber umgesetzt wurde von diesen Ansagen nur weniges. So klafften auch in der Holthuser Abwehr teilweise eklatante Lücken. Einladungen, die sich die Hausherren meistens nicht nehmen ließen. So war es nur der guten Torwart-Leistung von Lars Battermann zu verdanken, dass nicht jeder dieser freien Würfe den Weg ins Holthuser Tor fand. Es entwickelte sich daher in den ersten zwanzig Minuten ein vollkommen ausgeglichenes Spiel. Als der TuS in der Folge dann trotz zweier Zeitstrafen endlich kurzzeitig besser in der Abwehr agierte und die daraus resultierenden Ballgewinne mit schnellem Umschalten in Torerfolge ummünzte, hatte man sich erstmals eine 3-Tore-Führung erspielt, die bis zum Pausenpfiff und einer 16:14-Führung zumindest noch teilweise Bestand haben sollte.

An die ordentlichen Schlussminuten des ersten Durchgangs wollte man direkt nach Wiederanpfiff eigentlich anknüpfen. Und auch die Möglichkeiten dazu waren ohne Ende vorhanden. So hätte der TuS bereits in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit problemlos dafür sorgen können, sich einen Vorsprung von vier oder fünf Toren zu erspielen. Doch es kam leider anders. Defensiv stand man zwar größtenteils stabil, das Sorgenkind blieb jedoch wieder einmal der Angriff. Denn als die SG auch noch einen zweiten Rückraumspieler des TuS in enge Manndeckung nahm, war das komplette Chaos in der Holthuser Offensive ausgebrochen. Dass bis zur 46. Minute jedoch immer noch ein Sieg mehr als möglich war, da man zu diesem Zeitpunkt trotz der katastrophalen Angriffsleistung mit zwei Toren vorne lag, untermauert die Vermeidbarkeit der Niederlage eindrucksvoll. Anstatt durch die Führung selbstbewusst zu agieren, brachen nämlich nun beim TuS alle Dämme und es folgten neun Minuten, in denen man sich alles zerstörte, was man sich in der gesamten Saison aufgebaut hatte. Vollkommen ängstlich und mit einer viel zu hohen Fehlerquote, dazu mit unerklärlichen Lücken in der Abwehr trotz teilweise vierminütiger Überzahl sorgte der TuS dafür, dass die SG die Partie mit einem 5:0-Lauf drehen konnte. Nicht nur in dieser Phase wurde bei den Gästen ersichtlich, dass in gewissen taktischen Konstellationen nicht die nötige Qualität vorhanden ist, um ein solches Spiel für sich zu entscheiden. So passte es zum gebrauchten Abend, dass man, nachdem man die torlose Phase endlich beenden konnte, für eine Aufholjagd zu keinem Zeitpunkt in Frage kam. Denn das, was man sowohl vorne als auch hinten in der Schlussviertelstunde ablieferte, war eines vermeintlichen Meisterschaftsaspiranten nicht würdig. Daher durfte beim Schlusspfiff wieder einmal die SG einen 30:25-Erfolg bejubeln. Eine Niederlage, die mit einer auch nur ansatzweise normalen Leistung für die Holthuser komplett vermeidbar gewesen wäre.

Um zumindest etwas Positives aus der Pleite herausziehen zu können, ist nun hoffentlich der Druck, den man offenbar bei den Blau-Weißen ob des möglichen Titelgewinns hatte, verflogen und man kann in den beiden noch ausstehenden Begegnungen endlich wieder befreit und vor allem wesentlich fehlerfreier aufspielen. Den Beweis hierfür können die Holthuser bereits am kommenden Samstag im letzten Heimspiel der Saison gegen den TuS Esens liefern.

TuS Holthusen: Lars Battermann (TW), Johannes Kampen (1), Jan Löning (3), Marcus Wilken (3), Jörg Janssen (1), Thomas Pawlik (5), Joachim Freese (6/1), Jörn Battermann, Jürgen Dreesmann, Nico Havrilla (2), Markus Janssen (4).

Schiedsrichter: Stefan de Vries & Jan Rudolph Doornebosch

Spielfilm: 3:3 (5. Min.), 6:7 (10.), 9:10 (15.), 10:12 (20.), 12:15 (25.), 14:16 (Halbzeit), 15:17 (35.), 17:19 (40.), 19:20 (45.), 21:21 (50.), 24:21 (55.), 30:25 (Ende).

Zeitstrafen: 6 (TuS) / 4 (WHV)

Siebenmeter: 4 – 1 Tor (TuS) / 7 – 7 Tore (WHV)