Spielbericht – SV Sprint Westoverledingen vs. TuS Holthusen – 10. Spieltag (Nachholspiel)

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2018/2019 – 10. Spieltag (Nachholspiel)

SV Sprint Westoverledingen vs. TuS Holthusen 26:22 (14:10)

Die zwei Gesichter des TuS Holthusen

Nach der „Beinahe-Sensation“ beim Tabellenführer am Samstag haben die Holthuser Herrenhandballer im Derby-Rückspiel am Montagabend wieder ihr hässliches Gesicht gezeigt. Die logische Konsequenz war ein vollkommen verdienter 26:22-Erfolg für den SV Sprint Westoverledingen.
Für die Rheiderländer war es ein Abend zum Vergessen und ein Auftritt, der als perfektes Spiegelbild der gesamten Saison genutzt werden kann. Denn, wie bereits in den Vorjahren, nur diese Saison noch einmal extremer, fehlt es dem Team von Trainer Johann Janssen an Konstanz. Stimmten am Samstag noch Einstellung, Leidenschaft und Glaube an die eigene Stärke, war davon zwei Tage später überhaupt nichts mehr von zu sehen. Warum dies so ist, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Schließlich sollte normalerweise schon der Begriff „Derby“ ausreichend sein, um keine weiteren Motivationsreden zu benötigen. Und auch personell konnte man auf mehr Akteure zurückgreifen als am Samstag. Doch was dann in den 60 Minuten abgeliefert wurde, war schlichtweg blutleer, körperlos und derart fehlerbehaftet, dass man über die gesamte Spielzeit hinweg nie für einen Erfolg in Frage kam. Einzig in den ersten zehn Minuten gelang es den Blau-Weißen, das Spiel offen zu halten. Als die Heimsieben dann das erste Mal mit drei Toren vorne lag, die Holthuser – neben bis dato bereits viel zu vielen Abspielfehlern und Fehlwürfen – ihren zweiten Siebenmeter verwarfen und zudem eine der wenigen Zeitstrafen kassierten, nutzten die Hausherren die Überzahl konsequent aus und bauten ihre Führung auf sechs Tore aus. Immerhin gelang es den Gästen bis zur Pause zumindest noch, etwas heranzukommen, sodass beim Stand 14:10 für den SV Sprint die Seiten gewechselt wurden.
Hängende Köpfe und mangelnder Glaube war dann allerdings das, was Janssen in der Kabine zu sehen bekam. Auch wenn er alles versuchte, um seiner Mannschaft wieder Hoffnung einzuimpfen, war an diesem Abend jegliche Bemühung sinnlos. Die zweite Halbzeit begann direkt wieder mit den nächsten Rückschlägen in Form von zwei Pfostenwürfen, die mit zwei Gegenstößen bestraft wurden und den ohnehin deutlich aggressiveren Westoverledingern noch einmal den letzten Schub gaben. Auf der Gegenseite war so bereits früh jeglicher Gedanke an eine mögliche Aufholjagd verflogen. Vielmehr ergab man sich seinem Schicksal und enttäuschte in der Folge weiter auf ganzer Linie. Keinem der TuS-Akteure gelang es, eine einigermaßen ansprechende Leistung zu zeigen. Dagegen bestachen beim SV Sprint vor allem Küür und Penning mit guten Leistungen. Zudem entnervte Keeper Bujny die Holthuser mit etlichen Paraden und war damit ein entscheidender Faktor. So sah es zwischenzeitlich nach einer richtigen Packung für den TuS aus. Weil die Heimsieben dann jedoch fleißig wechselte und im Gefühl des sicheren Sieges ebenfalls mehr Fehler machte, gelang den Gästen immerhin noch etwas Ergebniskosmetik. Beim Schlusspfiff der beiden Unparteiischen Schelte/Vater, die mit der fairen Begegnung keinerlei Probleme hatten, stand nichtsdestotrotz ein nie gefährdeter 26:22-Erfolg für den SV Sprint zu Buche.
Will man überhaupt irgendetwas Positives aus diesem Spiel ziehen, ist es sicherlich der Fakt, dass man trotz der Niederlage noch auf dem vierten Tabellenplatz und somit vor den Westoverledingern steht. Bei weiteren derartigen Leistungen wird dies allerdings nicht mehr lange der Fall sein. Bereits kommenden Samstag wäre es ideal, wieder das schöne Gesicht zu zeigen, denn schließlich begrüßt man mit der SG Obenstrohe/Dangastermoor den zweiten Aufstiegskandidaten im Rheiderland. Und mit einer Leistung wie im Derby wäre eine erneute heftige Niederlage, wie bereits im Hinspiel, nicht zu verhindern.

TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars de Buhr (TW), Lars Battermann (TW), Jürgen Dreesmann, Keno Poppen (5/2), Marcus Wilken (8/6), Jan Löning (2), Vincent Poral, Dr. Michael Frese (2), Malte Löning (2), Jörn Battermann (1), Marco Post, Markus Janssen (2).

Schiedsrichter: Thomas Schelte & Karl-August Vater

Spielfilm: 2:1 (5. Min.), 5:4 (10.), 9:7 (15.), 10:7 (20.), 13:7 (25.), 14:10 (Halbzeit), 18:11 (35.), 20:11 (40.), 21:13 (45.), 24:17 (50.), 26:18 (55.), 26:22 (Ende).

Zeitstrafen: 2 (TuS) / 8 (Sprint)

Siebenmeter: 10 – 8 Tore (TuS) / 2 – 2 Tore (Sprint)