Spielbericht – TuRa Marienhafe II vs. TuS Holthusen – 11. Spieltag

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2019/2020 – 11. Spieltag

TuRa Marienhafe II vs. TuS Holthusen 22:25 (12:11)

ZWEI PUNKTE, DIE RICHTIG GUT TUN

Als ein blau-weißer Jubelkreis mit „Auswärtssieg“-Schlachtrufen durch die Marienhafer Halle hüpfte, hatten es die Holthuser Herrenhandballer tatsächlich vollbracht: Mit einem hart erkämpften 25:22-Erfolg beendete man trotz einiger Widrigkeiten die Niederlagenserie von zuletzt vier Pleiten in Folge.

Dabei war man die Reise zum starken Aufsteiger, der vor allem dank seiner Heimstärke auf dem vierten Tabellenplatz steht, mit einem sehr mulmigen Bauchgefühl angetreten. Hauptsächliche Ursache war die personelle Situation, denn es fehlten Trainer Johann Janssen ganze zehn Akteure. Unter den verbliebenen zehn Spielern tummelten sich zudem vier Angeschlagene, deren Einsätze mit einigen Fragezeichen versehen waren. Aus diesem Grund musste mit Lars de Buhr sogar der zweite vorhandene Keeper als Feldspieler agieren, damit zumindest irgendwie eine Entlastung geschaffen werden konnte. In Marienhafe angekommen, wurde man bereits von einer hochmotivierten Heimsieben erwartet. Und auch personelle Probleme waren bei TuRa nicht vorhanden, viel mehr hatte man die Qual der Wahl und eine prallgefüllte Auswechselbank. Doch gerade diese Vorzeichen schienen die Rheiderländer anzuspornen. Erwartungsgemäß suchte man vom Anpfiff weg sein Heil nicht im Tempospiel – ohnehin nicht die Holthuser Paradedisziplin –, sondern wollte geduldig agieren, die Fehlerquote gering halten und konsequent in die Zweikämpfe gehen. Und diese Vorgabe gelang den Gäste zunächst auch sehr gut. Mit zwei Kreisläufern konnte man sich im Angriff viele guten Chancen erspielen oder Siebenmeter erarbeiten. Defensiv hatte der TuS die größten Probleme mit den TuRa-Spielern, die mit schnellen Bewegungen in Eins-gegen-Eins-Situationen gingen. Den Rest verteidigte man gut und hatte mit Steffen Luikenga einen überragenden Torhüter im Kasten. Bereits Mitte der ersten Halbzeit war Luikenga in den Köpfen der Heimsieben und zeigte unfassbare Paraden. Gestützt durch diesen Rückhalt überstanden die Holthuser auch die im Nachhinein wahrscheinlich entscheidende Phase, in der man mit drei Toren zurücklag und die Schlagdistanz aus den Augen zu verlieren drohte. So schafften die Gäste es, bis zum Pausenpfiff auf ein Tor heranzukommen und weiterhin berechtigte Hoffnungen auf einen Erfolg wahren zu können.

Genau dies machte Janssen seinem Team in der Kabine auch deutlich. Zurecht war er zufrieden mit der gezeigten Leistung, verlangte aber von seinen Schützlingen, weiterhin clever zu spielen und sich zu belohnen. Beide Mannschaften kamen zu Beginn des zweiten Durchgangs erst einmal gar nicht wieder in die Partie. Es dauerte mehr als vier Minuten, bis der Ball das erste Mal in einem Tor zappelte. In der Folge hatten beide Seiten Mühe, sich im Angriff zu behaupten. Es dominierten die Abwehrreihen, den Trumpf hatten allerdings die Holthuser in ihren Reihen: Keeper Steffen Luikenga! Je weniger Zeit noch auf der Uhr war, umso mehr Probleme bekamen die Hausherren beim Verwerten teilweise klarsten Chancen. Dazu kamen ganze sechs Strafwürfe, die verworfen wurden. Lange Zeit gelang es dem TuS aber nicht, dies zu bestrafen. Als dann jedoch „Aushilfs“-Feldspieler de Buhr mit einem Tempogegenstoß erfolgreich war und es den Gästen endlich gelang, sich mit zwei Toren abzusetzen, wurde die Hoffnung auf einen Auswärts-Coup immer größer. Es folgte allerdings noch eine kritische Phase, in der TuRa wieder ausglich und der Ausgang des Spiels erneut vollkommen offen war. Zur Freude des TuS zeigte man dann jedoch zwei „perfekte Minuten“, in denen ein 4:0-Lauf gelang und der Sieg endgültig eingetütet werden konnte. 90 Sekunden später folgten riesige Freude über einen so nicht erwarteten 25:22-Erfolg sowie komplette Erschöpfung, denn dieses Spiel hatte den Gästen reichlich Kraft gekostet.

Mit diesem richtig guten Gefühl im Rücken können die Blau-Weißen nun selbstbewusst die nächsten Aufgaben angehen. In zwei Wochen begrüßt man den Wilhelmshavener SSV II in der heimischen Oberschulhalle und möchte nur zu gerne die Niederlage aus dem Hinspiel wiedergutmachen.


TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars de Buhr (1), Jörg Janssen, Marcus Wilken (2), Thomas Pawlik (1), Johannes Kampen (4), Nico Havrilla (1), Jürgen Dreesmann (3), Jörn Battermann (2), Markus Janssen (11/6).

Schiedsrichter: Wiebke Flügge & Johanna Fokken

Spielfilm: 3:2 (5. Min.), 4:6 (10.), 7:7 (15.), 10:7 (20.), 11:9 (25.), 12:11 (Halbzeit), 13:12 (35.), 14:14 (40.), 15:15 (45.), 17:19 (50.), 20:20 (55.), 22:25 (Ende).

Zeitstrafen: 5 (TuS) / 5 (TuRa)

Siebenmeter: 7 – 6 Tore (TuS) / 9 – 3 Tore (TuRa)