Spielbericht – TuS Holthusen vs. HSG Neuenburg/Bockhorn – 13. Spieltag

Spielbericht

Regionsoberliga Ems Jade Saison 2017/2018 – 13. Spieltag

 

TuS Holthusen vs. HSG Neuenburg/Bockhorn 33:30 (19:18)

 

Blau-Weiße Ekstase

Wahnsinn! Die Herrenhandballer des TuS Holthusen haben den bisherigen Tabellenführer gestürzt und stehen sechs Spiele vor dem Saisonende plötzlich an der Spitze der Regionsoberliga Ems Jade. In einem äußerst spannenden Spitzenspiel gewannen die Blau-Weißen gegen die HSG Neuenburg/Bockhorn mit 33:30 Toren.

Für das Topspiel konnten beide Teams trotz einiger Ausfälle jeweils 13 Akteure aufbieten. Somit war auch diesbezüglich alles angerichtet für das Duell des Zweiten gegen den Ersten. TuS-Coach Johann Janssen hatte seinen Spielern dabei vor dem Anpfiff noch einmal verdeutlicht, dass man vollkommen locker in die Begegnung gehen kann und der Druck, gewinnen zu müssen, klar auf Seiten der ambitionierten Gäste lag. Doch befreit spielten die Hausherren leider in der Anfangsphase überhaupt nicht auf. Auch wenn es Keno Poppen ausgezeichnet gelang, mit einer engen Manndeckung HSG-Spielmacher Silk aus dem Spiel zu nehmen, ließen die restlichen Holthuser Spieler die nötigen Absprachen in der Abwehr vermissen und fanden keinerlei Zugriff mit ihrer sehr offensiven Defensivformation. So war es Joachim Freese zu verdanken, dass sich die HSG nicht richtig absetzen konnte. Freese fackelte in den ersten 20 Minuten im Angriff ein Feuerwerk ab und erzielte alle seine sieben Treffer in diesem Zeitraum. Als dann jedoch kurzzeitig der gesamte Angriff der Heimsieben zu viele Fehlentscheidungen traf und man in zu viele Tempogegenstöße der Gäste rannte, lag man verdientermaßen mit vier Toren zurück. Anstatt nun jedoch den Kopf zu verlieren, fand der TuS zum günstigsten Zeitpunkt endlich zurück in die Partie und beantwortete die beste Phase der HSG mit einem 4:1-Lauf und dem damit verbundenen Ausgleich nach 20 gespielten Minuten. Mit nun wesentlich besserer Abwehrarbeit und ideenreichem Offensivspiel gelang es in der Folge, die Begegnung vollkommen ausgeglichen zu gestalten. Vier Minuten nach dem Ausgleich war das muntere Torewerfen auf beiden Seiten dann plötzlich vorbei, da beide Mannschaften sich besser auf die jeweiligen Angriffsreihen eingestellt hatten und dadurch beide Defensivreihen zu überzeugen wussten. So sollte lediglich ein einziges Tor in den restlichen Minuten des ersten Durchgangs fallen und das war den Holthusern vorbehalten. Mit der ersten Führung des gesamten Spiels im Rücken wurden die Seiten beim Stand von 19:18 gewechselt.

Mit der Vorgabe, an die Schlussphase der ersten Halbzeit anzuknüpfen, schickte Janssen seine Mannen zurück aufs Parkett. Und seine Akteure setzten seine Vorgabe sehr überzeugend um. Dank einer weiterhin starken Abwehr zwang man die Gäste zu schlechten Würfen. Auf der Gegenseite spielte der TuS geduldig und clever seine Angriffe aus, fand immer wieder Lücken in der guten 6:0-Abwehr der HSG und nutzte die sich bietenden Torchancen relativ konsequent. Die Folge war eine 4-Tore-Führung der Rheiderländer Mitte des zweiten Durchgangs. Es folgte jedoch ein Spiegelbild der ersten Hälfte, dieses Mal jedoch zu ungunsten der Hausherren. Denn ausgerechnet in der besten Holthuser Phase drehte sich das Momentum wieder, bei den Holthusern lief einige Minuten überhaupt nichts mehr zusammen und die HSG nutzte dies abgezockt aus, um zehn Minuten vor dem Ende die TuS-Führung zu egalisieren. Pünktlich zur „Crunch-Time“ hatte die Spannung so ihren Höhepunkt erreicht und der Ausgang der Begegnung war vollkommen offen. Es benötigte Mentalitätsmonster, und von diesen hatte der TuS an diesem Tag schlicht und ergreifend mehr im Kader. Mit den letzten verbliebenen Körnern schraubte man die Intensität in der Abwehr noch einmal nach oben und verzeichnete dadurch die entscheidenden Ballgewinne, die man im Angriff durch wieder ideenreichere Abläufe auch in Tore ummünzen konnte. Die Belohnung war eine Führung mit drei Toren bei nur noch drei ausstehenden Minuten. Da es den Holthusern, angetrieben vom lautstarken Publikum, gelang, auch in den letzten Minuten an der Leistungsgrenze zu agieren, kamen die Gäste nicht wieder heran, sondern mussten mit ansehen, wie bei der Schlusssirene und einem Stand von 33:30 kollektiver TuS-Jubel durch die Halle schallte.

Mit diesem Erfolg und der damit verbundenen Tabellenführung im Rücken kann man am kommenden Wochenende mit breiter Brust zum schweren Auswärtsspiel bei der SG Obenstrohe/Dangastermoor fahren. Dort treffen dann zwei Teams aufeinander, die jeweils die letzten acht Spiele in Folge gewonnen haben, somit darf man einen heißen Tanz erwarten.

TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann (TW), Johannes Kampen, Jan Löning (1), Marcus Wilken (5/3), Jürgen Dreesmann, Joachim Freese (7), Thomas Pawlik (3/1), Thomas Janssen (3), Marco Post, Dr. Michael Frese (3), Keno Poppen (5), Markus Janssen (6).

Schiedsrichter: Fritz Fokken & Johanna Fokken

Spielfilm: 2:4 (5. Min.), 5:7 (10.), 10:12 (15.), 14:15 (20.), 18:18 (25.), 19:18 (Halbzeit), 21:20 (35.), 23:21 (40.), 25:22 (45.), 26:25 (50.), 29:28 (55.), 33:30 (Ende).

Zeitstrafen: 1 (TuS) / 2 (HSG)

Siebenmeter: 44 Tore (TuS) / 42 Tor (HSG)