Spielbericht – TuS Holthusen vs. SG Moorsum – 7. Spieltag

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2019/2020 – 7. Spieltag

TuS Holthusen vs. SG Moorsum 30:31 (14:20)

AUFHOLJAGD WIRD NICHT BELOHNT

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle sahen die Zuschauer im Spiel der Regionsoberliga Ems Jade zwischen dem TuS Holthusen und der SG Moorsum. Die schon totgeglaubten Rheiderländer waren am Ende ganz nah dran am vierten Saisonsieg, mussten sich dann aber doch noch mit 30:31 Toren geschlagen geben.

Dabei hatte sich das Team von Trainer Johann Janssen für die Begegnung viel vorgenommen. 13 Akteure standen den Blau-Weißen zur Verfügung. Aber auch die Moorsumer wollten nach fünf Niederlagen in den ersten fünf Spielen endlich die Wende einleiten und hatten dafür alle Leistungsträger an Bord. Bereits zum vierten Mal (im sechsten TuS-Spiel) musste man jedoch leider mit nur einem Unparteiischen auskommen. Beide Mannschaften gingen direkt mit offenem Visier in die Partie, vernachlässigten dabei allerdings komplett ihre Abwehrarbeit. Es folgte ein munteres Scheibenschießen, bei dem die Führung mehrmals wechselte. Taktisch hatte die SG sich für das Spiel auf die Fahne geschrieben, durch eine permanente enge Manndeckung gegen Markus Janssen die TuS-Offensive vor Probleme zu stellen, während die Heimsieben auf ihr bewährtes Spiel mit zwei Kreisläufern setzte. Knappe 18 Minuten lang ging es munter hin und her, zum Leidwesen der jeweiligen Torhüter, die nur selten einen Ball zu fassen bekamen. Weil sich in der Folge jedoch im Angriff der Holthuser unfassbar viele Fehlwürfe bei teilweise klarsten Torchancen einschlichen und man zudem weiterhin riesige Probleme in der Abwehr offenbarte, an denen zunächst auch die Manndeckung gegen den bis dato sechsfachen Torschützen Eilts nichts änderte, zogen die Gäste Tor um Tor davon. Mit einem 1:8-Lauf bestraften sie den schwachen TuS-Auftritt und setzten sich bis zur Pause mit 14:20 Toren ab.

Janssen fand in der Kabine deutliche Worte und wollte von seinen Schützlingen eine Reaktion sehen. Ziel sollte sein, sich über eine verbesserte Abwehrarbeit wieder heranzutasten und sollte dies nicht gelingen, zumindest Schadensbegrenzung zu betreiben. Drei Minuten nach Wiederanpfiff zeigte das Pendel ganz klar Richtung „Schadensbegrenzung“, denn man hatte sich bereits die nächsten drei Gegentore eingefahren und vorne die hohe Fehlerquote vor dem Halbzeitpfiff fortgeführt. Immerhin gelang es im Anschluss, den Rückstand wieder ein wenig zu reduzieren. Der Wille war bei den Hausherren definitiv erkennbar, allerdings machten die eigenen Nerven, die teilweise fehlende Form und in den Augen der Holthuser auch die Entscheidungen des Schiedsrichters einem weiteren Herankommen einen Strich durch die Rechnung. Vor allem das Kreisläuferspiel des TuS wurde nahezu nie progressiv bestraft. Als die SG Mitte der zweiten Halbzeit dann im Angriff immer ideenloser wurde und man sich so endlich etwas näher herangekämpft hatte, keimte langsam der Glaube an eine Aufholjagd auf. Bis sieben Minuten vor dem Ende gelang es den Gästen allerdings, den Abstand bei vier Toren zu halten. Es brauchte langsam ein kleines Wunder für die Blau-Weißen. Und dieses wäre fast geschehen. Angetrieben von den lautstarken Zuschauern gelangen einige Ballgewinne in Folge und diese nutzte man konsequent über Tempogegenstöße bzw. aus dem gebundenen Spiel vornehmlich über Marcus Wilken am Kreis, um gute 90 Sekunden vor dem Ende tatsächlich den Ausgleich zu schaffen. Als kurze Zeit später der nächste Ball erkämpft wurde und nur noch 37 Sekunden auf der Uhr waren, war für die Holthuser sogar der ganz große Wurf möglich. Doch anstatt den folgenden Angriff erfolgreich zu Ende zu spielen, leistete man sich einen weiteren haarsträubenden Fehlpass, lief in einen Tempogegenstoß und fand in den letzten Sekunden dann auch keine passende Antwort mehr. So jubelten am Ende die Gäste über einen 31:30-Auswärtssieg, während im Lager des TuS die pure Enttäuschung aufgrund der ausgebliebenen Belohnung herrschte.

Die Holthuser haben durch diese Niederlage verpasst, sich frühzeitig komplett von den unteren Tabellenplätzen abzusetzen. Bis zum Jahreswechsel stehen nun noch zwei ganz dicke Brocken an. Den Anfang macht das Gastspiel beim Wilhelmshavener HV III in zwei Wochen.


TuS Holthusen: Lars Battermann (TW), Jörg Janssen (4), Marcus Wilken (10), Jan Löning (1), Jürgen Dreesmann, Thomas Pawlik (5), Johannes Kampen (3), Malte Löning (2), Thorben Frieling, Marco Post, Jörn Battermann (1), Nico Havrilla, Markus Janssen (4/2).

Schiedsrichter: Peter Frerichs

Spielfilm: 4:4 (5. Min.), 5:6 (10.), 9:9 (15.), 11:12 (20.), 12:17 (25.), 14:20 (Halbzeit), 16:23 (35.), 19:26 (40.), 23:28 (45.), 26:29 (50.), 27:30 (55.), 30:31 (Ende).

Zeitstrafen: 3 (TuS) / 2 (SG)

Siebenmeter: 2 – 2 Tore (TuS) / 3 – 0 Tore (SG)