Spielbericht – TuS Holthusen vs. SG Obenstrohe/Dangastermoor – 13. Spieltag

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2018/2019 – 13. Spieltag

TuS Holthusen vs. SG Obenstrohe/Dangastermoor 23:32 (11:14)

Niederlage nach Janssen-Schock

Die Seuchen-Saison der Herrenhandballer des TuS Holthusen nimmt kein Ende. Bei der 23:32-Heimniederlage gegen die SG Obenstrohe/Dangastermoor rückte das Ergebnis allerdings in den Hintergrund, denn viel härter traf die Rheiderländer die Verletzung von Spielmacher Thomas Janssen, der direkt mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht werden musste und nach der Diagnose „Unterschenkelbruch“ bereits am Abend operiert wurde.

Es lief die 16. Spielminute, als Janssen bei einer Angriffsaktion in der Luft kurz gestoßen wurde und dadurch nicht mehr kontrolliert landen konnte. Sein rechter Knöchel hielt dieser Bewegung nicht stand, sodass der Holthuser Rückraumspieler zunächst vor Schmerzen schreiend auf dem Hallenboden lag und kurze Zeit später von Rettungskräften abgeholt werden musste. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten er und seine Mitspieler einen sehr starken Auftritt hingelegt und so gegen den klar favorisierten Tabellenzweiten für ein vollkommen offenes Spiel gesorgt. Und dass, obwohl unter anderem alle drei Torhüter nicht zur Verfügung standen und mit Nico Havrilla und Max Hartung zwei Feldspieler diesen Job übernommen hatten. Beide glänzten in der ungewohnten Rolle allerdings mit einigen Paraden und machten ihre Aufgabe mehr als zufriedenstellend. Als mit Janssen dann jedoch auch der letzte gelernte Rechtshänder für den Rückraum nicht mehr zur Verfügung stand, musste nicht mehr nur im Tor, sondern auch noch auf dem Feld improvisiert werden. Dies gelang dem Team von Trainer Johann Janssen aber bis zur Pause weiterhin ungeahnt gut. Defensiv sorgte die enge Manndeckung gegen die SG-Akteure Schmidt und Carstens zwar für teilweise sehr viel Platz, doch den restlichen TuS-Spielern gelang es oftmals, gut genug zu verschieben und so einige Ballgewinne zu verzeichnen. Dabei profitierte man auch davon, dass mit Willmann der beste SG-Torschütze verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt und somit ein Kandidat weniger für eine enge Deckung vorhanden war. Wieder einmal sollte jedoch nicht die Abwehr, sondern der Angriff die Problemzone der Blau-Weißen sein. Bereits im ersten Durchgang ließ man etliche Hochkaräter liegen und musste so mit ansehen, wie man vollkommen unnötigerweise mit einem 11:14-Rückstand die Seiten wechseln musste.

Logischerweise fand Janssen in der Kabine zwar lobende Worte für die Abwehr und die Leistung der Aushilfstorhüter, kritisierte im gleichen Atemzug jedoch auch die viel zu hohe Fehlerquote seines Teams in der Offensive. Und genau diese Fehlerquote sollte direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs den Genickbruch für die Heimsieben bedeuten. Denn durch etliche Fehlentscheidungen in Form von schwachen oder unvorbereiteten Würfen, Fehlpässen und technischen Fehlern machte man sich die starke erste Hälfte innerhalb von zehn Minuten kaputt und lud den Aufstiegsanwärter förmlich zum Torewerfen ein. Die SG ließ nicht zweimal bitten und baute innerhalb kürzester Zeit ihre Führung auf acht Tore aus. Damit war die Begegnung bereits frühzeitig vorentschieden, denn den Hausherren fehlten im Angriff weiter die Optionen und zudem strahlten mit Marcus Wilken und Markus Janssen auch nur zwei Akteure weitestgehend wirkliche Torgefahr aus und kamen auf vernünftige Abschlussquoten. So machte man es den Gästen nicht sonderlich schwer, die Führung zu verwalten. Die schwache Offensivleistung dabei mit dem Schock der Janssen-Verletzung zu begründen, wäre zwar eine Möglichkeit, aber da dieses Problem nicht erst seit dieser Partie vorhanden ist nur eine schwache Ausrede. Das Spiel plätscherte in der Folge ohne wirkliche Highlights vor sich hin und endete folgerichtig mit einer 23:32-Niederlage für den TuS.

Durch diesen Erfolg springt die SG an die Tabellenspitze und „nur noch“ fünf Siege trennen das Team um Spielertrainer Fred Richter vom großen Wurf in Form von Meisterschaft und Aufstieg. Für die Holthuser bedeutet die dritte Niederlage in acht Tagen hingegen den Fall auf den fünften Tabellenplatz. Diesen kann man durch einen Erfolg in der kommenden Woche beim direkten Tabellennachbarn aus Moorsum verteidigen. Bleibt zu hoffen, dass dafür dann auch das notwendige Personal zur Verfügung steht und endlich wieder eine annähernd normale Offensivleistung abgerufen werden kann.


TuS Holthusen: Nico Havrilla (TW), Maximilian Hartung (TW), Jürgen Dreesmann, Keno Poppen, Marcus Wilken (9/3), Jan Löning (1), Vincent Poral (3), Dr. Michael Frese (2), Jörn Battermann (1), Thomas Janssen (1), Johannes Kampen, Markus Janssen (6).

Schiedsrichter: Michael Krell & Karl-Heinz Schwarzenberger

Spielfilm: 2:3 (5. Min.), 3:3 (10.), 7:7 (15.), 9:11 (20.), 10:12 (25.), 11:14 (Halbzeit), 12:17 (35.), 14:22 (40.), 16:24 (45.), 18:27 (50.), 22:30 (55.), 23:32 (Ende).

Zeitstrafen: 1 (TuS) / 6 (SG)

Siebenmeter: 3 – 3 Tore (TuS) / 4 – 4 Tore (SG)