Spielbericht – TuS Holthusen vs. SV Sprint Westoverledingen – 2. Spieltag (Nachholspiel)

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2018/20192. Spieltag (Nachholspiel)

 

TuS Holthusen vs. SV Sprint Westoverledingen 21:22 (9:9)

 

Bittere Derbyniederlage

Dass die Siegesserie der Holthuser Herrenhandballer im Landkreis-Derby gegen den SV Sprint Westoverledingen irgendwann einmal enden würde, war nach den letzten direkten Duellen absehbar. Zum Leidwesen der Rheiderländer war es bereits am gestrigen Samstag so weit. In einem handballerisch sehr schwachen Spiel unterlagen die Blau-Weißen den Gästen mit 21:22 Toren.

Während für den TuS nach dem dreckigen Auftaktsieg aus der Vorwoche das Derby das zweite Saisonspiel darstellte, ging es für den SV Sprint erstmals in dieser Spielzeit um Punkte. Beide Teams konnten dabei auf breite Kader zurückgreifen. Der fehlende Spielrhythmus wurde dann auch direkt sichtbar, denn beide Mannschaften kamen überhaupt nichts ins Spiel und überboten sich offensiv im Auslassen von Torchancen und Produzieren von einfachen Fehlern. Es dauerte knappe acht Minuten, bis endlich das erste Tor fiel. Und dieses Tor schien ein Weckruf für die Gäste zu sein, die in der Folge das pomadige Holthuser Spiel, dem es während der gesamten Spielzeit an den nötigen Absprachen im Deckungsverbund mangelte, ausnutzten und sich bis auf drei Tore absetzen konnten. Als es den Hausherren dann endlich einmal gelang, kompromissloser zu verteidigen und zudem auch Steffen Luikenga im Tor seinen Vorderleuten mit einigen Paraden half, kam der TuS-Motor zumindest kurzzeitig ins Rollen. So gelang es, die Partie innerhalb weniger Minuten zu drehen. Diese starke Phase war dann jedoch auch schnell wieder vorbei, es folgten erneut einige Minuten ohne eigenen Torerfolg, ein weiterer Gegentreffer und folgerichtig ein 9:9-Unentschieden zur Pause.

Janssens Kabinenansprache, defensiv kompakter zu agieren, sich nicht zu weit herauslocken zu lassen und dann im Angriff konsequenter durch die sich bietenden Lücken zu gehen, konnten seine Spieler aber auch im zweiten Durchgang nicht wirklich umsetzen. So blieb die Partie weiterhin vollkommen offen, denn beiden Mannschaften gelang es zu keinem Zeitpunkt, die Fehlerquote auf ein normales Maß zu reduzieren und wirklich strukturierten Handball zu zeigen. Dass schon in der ersten Halbzeit körperbetonte Spiel entwickelte sich immer mehr zu einem reinen Kampf- und Nervenspiel, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte. Diese Rechnung hatten die Holthuser nur leider nicht mit den beiden Unparteiischen gemacht, denn zu der eigenen schlechten Leistung gesellten sich noch derart viele nicht nachvollziehbare Entscheidungen des Gespanns Fokken/Fokken, die es teilweise unmöglich für den TuS machten, kühlen Kopf zu bewahren. Während die Gäste in der kompletten zweiten Hälfte keinerlei Zeitstrafe kassierten, mussten die Hausherren für gleichwertige Vergehen auf die Bank. Noch auffälliger war jedoch die unterschiedliche Beurteilung von Schrittfehlern, welche im Endeffekt für die Entscheidung im Spiel sorgen sollte. Denn während den Gästen in der „Crunch Time“ zwei Treffer trotz klarer Schrittfehler zugesprochen wurden, bekamen die Holthuser in drei aufeinanderfolgenden Angriffen zum Entsetzen aller eben jene technischen Fehler abgepfiffen. Die Westoverledinger nutzten dies, um sich entscheidend abzusetzen. Eine erneute Aufholjagd des TuS ließen die Referees dann auch nicht mehr zu, sondern vergaben unbegründete Zeitstrafen, die dazu führten, dass man in den letzten Minuten zeitweise nur noch drei Akteure auf dem Feld hatte. Zu mehr als Ergebniskosmetik reichte es so verständlicherweise nicht mehr. So jubelten am Ende erstmals die Gäste über einen 22:21-Derbysieg und ließen enttäuschte und wütende Holthuser zurück.

Nach dem Auftritt in Esens, bei dem zumindest das Ergebnis stimmte, reichte eine erneute unterdurchschnittliche Leistung dieses Mal nicht aus, um das Spiel für sich zu entscheiden. Dass man sich natürlich als erstes an die eigene Nase fassen muss, ist den Rheiderländern selbstverständlich bewusst. Nichtsdestotrotz fühlte man sich deutlich benachteiligt und es bleibt ein Rätsel, warum bei einem solchen Derby Schiedsrichter angesetzt werden, die aus dem gleichen Ort wie der Gegner kommen. Hier wäre etwas mehr Fingerspitzengefühl für zukünftige Spiele mehr als wünschenswert.

TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann (TW), Lars de Buhr (TW), Marcus Wilken (6/4), Jörg Janssen (4), Jörn Battermann, Malte Löning, Johannes Kampen (1), Vincent Poral (2), Marco Post, Dr. Michael Frese (1), Keno Poppen (4), Markus Janssen (3).

Schiedsrichter: Fritz Fokken & Ilse-Marie Fokken

Spielfilm: 0:0 (5. Min.), 1:2 (10.), 3:5 (15.), 4:6 (20.), 8:8 (25.), 9:9 (Halbzeit), 11:10 (35.), 14:13 (40.), 16:16 (45.), 18:18 (50.), 19:21 (55.), 21:22 (Ende).

Zeitstrafen: 7 (TuS) / 3 (WOL)

Siebenmeter: 54 Tore (TuS) / 52 Tore (WOL)