Spielbericht – TuS Holthusen vs. SV Sprint Westoverledingen – 4. Spieltag

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2019/2020 – 4. Spieltag

TuS Holthusen vs. SV Sprint Westoverledingen 22:19 (12:10)

DERBYSIEGER

Dank einer vor allem kämpferisch starken Leistung haben die Herrenhandballer des TuS Holthusen die fünfwöchige Spielpause mit einem 22:19-Derbysieg gegen den SV Sprint Westoverledingen beendet. Am Erfolg der Blau-Weißen konnte selbst die erneut eklatante Chancenverwertung nichts ändern.

Für beide Teams glich das Prestige-Duell einem Kaltstart, schließlich musste man nach jeweils zwei absolvierten Begegnungen ganze fünf Wochen auf das nächste Pflichtspiel warten. Der nötigen Motivation der Akteure tat dies natürlich keinen Abbruch – wer allerdings in solchen Spielen nicht die entsprechende Einstellung an den Tag legt, der ist entweder einfach nur vollkommen gefühlskalt oder schlichtweg fehl am Platz. An der Stellschraube „Motivation“ musste TuS-Coach Johann Janssen somit schon einmal nicht drehen und auch personell hatte er eine Situation, die es schon lange nicht mehr bei den Rheiderländern gab. Alle 18 einsatzfähigen Spieler waren anwesend und fit, somit musste Janssen vier Akteuren die Zuschauerrolle aufdrücken. Bis auf das Rückspiel in der vergangenen Saison verliefen die letzten Aufeinandertreffen der beiden ranghöchsten Herrenmannschaften im Landkreis Leer immer sehr ausgeglichen und wurden durch Kleinigkeiten entschieden. So sollte es im Endeffekt auch dieses Mal sein. Die Heimsieben setzte von der ersten Sekunde an im Angriff auf zwei Kreisläufer und wollte im Kleingruppenspiel sein Glück suchen. Dies gelang eigentlich auch recht gut, denn man konnte sich über diese Variante immer wieder klare Torgelegenheiten erspielen oder bekam Siebenmeter zugesprochen. Allerdings gelang es, wie bereits in den vergangenen beiden Spielen, nur äußerst selten, diese Möglichkeiten auch mit Torerfolgen zu veredeln, was sicherlich auch ein großer Verdienst des starken Wessels im Gäste-Tor war. Vor allem vom Siebenmeter-Strich scheinen die Holthuser in dieser Spielzeit eine so nicht bekannte Schwäche zu haben, was auch die heutige Quote von schwachen 25% eindrucksvoll untermauert. Auf der Gegenseite zeigte der TuS aber wieder eine solide Abwehrarbeit und hatte mit Lars Battermann und Steffen Luikenga erneut zwei gute Torhüter im Kader. Einziges Manko war jedoch, dass man die Anspiele an den Kreisläufer der Gäste viel zu oft nicht gut verteidigte, was der SV Sprint entweder mit direkten Toren und Treffern durch die daraus resultierenden Strafwürfe bestrafte. Im Großen und Ganzen waren die Hausherren im ersten Durchgang allerdings die bessere Mannschaft und durften daher auch verdient mit einer 12:10-Halbzeitführung in die Kabine gehen.

Janssen wollte im zweiten Durchgang vor allem bessere Absprachen in der Abwehr und eine kaltschnäuzigere Verwertung der 100%igen Chancen sehen. Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten jedoch die Gäste, die erstmals seit der 14. Minute beim Stand von 13:13 Toren wieder den Ausgleich geschafft hatten. Angetrieben von den zahlreichen und lautstarken Zuschauern hatten die Holthuser aber die passende Antwort parat und gingen direkt wieder mit zwei Toren in Führung. In der Folge lieferten sich beide Mannschaften weiterhin einen verbissenen, aber jederzeit fairen Kampf und hatten große Probleme mit ihrem jeweiligen Angriffsspiel. Somit waren Tore erneut Mangelware. Während bei den Westoverledingern zumindest dank Aielts die Siebenmeter nahezu immer den Weg ins TuS-Tor fanden, war jeder Strafwurf, den das Heimteam zugesprochen bekam, fast schon eine Strafe und so gut wie immer verbunden mit einem weiteren Strich auf der erneut langen Liste an Fehlwürfen. So verpasste es die Janssen-Sieben immer wieder, den Vorsprung auf drei oder mehr Tore auszubauen und man musste zwischenzeitlich immer wieder Angst haben, dass den Gästen irgendwie doch noch die Wende gelingt. Daher musste man bis kurz vor dem Schlusspfiff des sehr starken Schiedsrichter-Gespanns Kaiser/Kaiser, das mit der Leitung der Partie überhaupt keine Probleme hatte und durch die sportliche Leistung, aber auch die menschliche Kompetenz sehr zu überzeugen wusste, warten, um den Erfolg wirklich sicher eintüten zu können. Umso größer war der Jubel und vor allem die Erleichterung, die der 22:19-Erfolg bei den Holthusern auslöste.

Mit diesem Erfolgserlebnis im Rücken geht es am kommenden Samstag direkt weiter für den TuS. Zu Gast sind die Blau-Weißen dann beim SV SF Larrelt. Mit einer ähnlichen Einstellung und ausreichend Personal ist auch dort ein Erfolgserlebnis möglich.


TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann (TW), Keno Poppen (1), Jörg Janssen (5/1), Jörn Battermann (2/1), Marcus Wilken (2), Jan Löning (3), Malte Löning (2), Jürgen Dreesmann, Thomas Pawlik (1), Michael Frese (3), Joachim Freese, Marco Post, Markus Janssen (3).

Schiedsrichter: Jens Kaiser & Volker Kaiser

Spielfilm: 1:2 (5. Min.), 3:3 (10.), 5:5 (15.), 8:6 (20.), 10:7 (25.), 12:10 (Halbzeit), 13:13 (35.), 15:14 (40.), 17:15 (45.), 18:16 (50.), 20:18 (55.), 22:19 (Ende).

Zeitstrafen: 2 (TuS) / 1 (WOL)

Siebenmeter: 8 – 2 Tore (TuS) / 8 – 7 Tore (WOL)