Spielbericht – TuS Holthusen vs. SV Sprint WOL – 7. Spieltag

Spielbericht

Regionsoberliga Ems Jade Saison 2017/2018 – 7. Spieltag

 

TuS Holthusen vs. SV Sprint Westoverledingen 17:16 (7:6)

 

und am Ende gewinnt Holthusen

Gary Linekers legendäres Zitat könnte die Duelle zwischen den Herrenhandballern des TuS Holthusen und des SV Sprint Westoverledingen kaum treffender zusammenfassen. Im Kreis-Derby lieferten sich beide Teams ein hochspannendes, allerdings handballerisch äußerst schwaches Duell, das am Ende wie gewohnt die Rheiderländer gewannen.

Nach einem derart nervenaufreibendem Spiel sah es nach den ersten zehn Minuten des ersten Durchganges allerdings überhaupt nicht aus. Trainer Johann Janssen hatte, sicherlich auch verletzungsbedingt, sein Team direkt mit zwei Kreisläufern ins Prestigeduell geschickt und der Erfolg gab im Recht. Denn vorne nutzte man die Freiräume zu Torerfolgen über die Außenpositionen oder auch über den Kreis und überzeugte defensiv mit vielbeiniger und aggressiver Abwehrarbeit. Zudem konnte man sich erneut auf Steffen Luikenga als Rückhalt im Tor verlassen. Lohn war ein 5:0-Vorsprung, der den Blau-Weißen jedoch keinerlei Sicherheit bringen sollte. Vielmehr schien in den Köpfen der Spieler der Sieg schon als eingetütet verbucht worden zu sein, denn in der Folge funktionierte bei den Hausherren nahezu gar nichts mehr. Vollkommen unvorbereitete Würfe, technische Fehler und vergebene Hundertpronzenter im Angriff und dazu in der Abwehr keine Unterstützung, schwaches Verschieben und mangelndes Durchsetzungsvermögen in den Zweikämpfen brachten die Gäste wieder zurück in die Partie. Mehr als 13 Minuten blieb der TuS ohne eigenen Torerfolg und erzielte klägliche zwei Treffer in den verbliebenden zwanzig Minuten der ersten Halbzeit. Erstaunlicherweise reichte die Vorstellung trotzdem, um mit einer knappen Führung in die Kabine zu gehen.

Janssen versuchte dort alles, um seinem Team die Ladehemmung wieder aus den Köpfen zu nehmen und mahnte dazu, mehr Ruhe im gebundenen Spiel zu finden. Allerdings hatte er die Rechnung nicht mit seinen Akteuren gemacht, die auch im zweiten Durchgang mit ihrer Offensivleistung dafür sorgten, dass Janssen am Rande eines Herzinfarktes wanderte. Da es beiden Mannschaften zu keiner Phase des Spiels gelang, eine klare Linie in ihr Angriffsspiel zu bekommen und zudem neben Luikenga auch Gäste-Keeper Wessels mit starken Paraden aufhorchen ließ, bleib die Begegnung weiterhin hochspannend. Dabei hätte die Heimsieben etliche Male dafür sorgen können, den Vorsprung auszubauen und so endlich die nötige Ruhe in das eigene Spiel zu bringen. Zu allem Überfluss passte sich auch das Schiedsrichtergespann während der gesamten Spielzeit den Angriffsleistungen beider Mannschaften an, sodass den zahlreichen Zuschauern jede Menge Hektik, aber dafür zumindest Spannung bis zur letzten Sekunde geboten wurde. Denn dem TuS gelang es auch in der Schlussphase einfach nicht, die klaren Torchancen, darunter Siebenmeter und Tempogegenstöße, in Tore umzuwandeln und so dem SV Sprint endgültig den Dolchstoß zu versetzen. So musste man bis zur allerletzten Aktion des Spiels um den Derbyzieg zittern und konnte erst durchatmen, als der direkte Freiwurf mit der Schlusssirene hinter dem Gehäuse der Holthuser landete. Was folgte, war ein gewohntes Bild: Niedergeschlagene Gäste und jubelnde Holthuser, die mit dem sicherlich etwas glücklichen 17:16-Erfolg ihre weiße Heimweste im Jahr 2017 und die Siegesserie im Derby wahren.

Durch den Erfolg haben die Rheiderländer die Westoverledinger in der Tabelle wieder überholt und den Anschluss an die oberen Regionen hergestellt. Im letzten Heimspiel des Jahres am kommenden Samstag gegen die Sportfreunde Larrelt gilt es nun, vor allem an der Abwehrarbeit anzuknüpfen und sich mit einem weiteren Sieg oben festzusetzen.

TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann (TW), Johannes Kampen, Jan Löning (4/1), Jörg Janssen (2), Nico Havrilla (3/1), Thomas Pawlik (2), Keno Poppen (2), Malte Löning (1), Jürgen Dreesmann, Marco Post, Dr. Michael Frese (2), Jörn Battermann (1), Markus Janssen.

Schiedsrichter: Fritz Fokken & Ilse-Marie Fokken

Spielfilm: 3:0 (5. Min.), 5:0 (10.), 5:2 (15.), 5:3 (20.), 6:4 (25.), 7:6 (Halbzeit), 10:8 (35.), 11:11 (40.), 14:13 (45.), 15:14 (50.), 17:15 (55.), 17:16 (Ende).

Zeitstrafen: 3 (TuS) / 4 (WOL)

Siebenmeter: 42 Tore (TuS) / 31 Tor (WOL)