Spielbericht – TuS Holthusen vs. TuRa Marienhafe II – 2. Spieltag

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2019/2020 – 2. Spieltag

TuS Holthusen vs. TuRa Marienhafe II 23:18 (10:9)

Abnutzungskampf endet mit TuS-Sieg

Der Saisonauftakt der Holthuser Herrenhandballer ist geglückt. Nach einem halben Jahr ohne Pflichtspiel bezwang das Team von Trainer Johann Janssen Aufsteiger TuRa Marienhafe II in einem reinen Kampfspiel mit 23:18 Toren und verbuchte die ersten zwei Punkte auf der Habenseite.

Nach dem Schlusspfiff des Unparteiischen Peter Frerichs war den Blau-Weißen die Erleichterung spürbar anzumerken, schließlich wollte man die neue Spielzeit unbedingt mit einem Erfolgserlebnis beginnen, wusste aber nach der unfassbar langen Pause überhaupt nicht, wo man steht. Umso größer war die Freude über den enorm wichtigen Heimsieg und dem damit entwichenenen Druck, der sonst direkt im kommenden Spiel auf den Hausherren gelegen hätte. Bis zu den ersten beiden Pluspunkten war es jedoch ein langer und beschwerlicher Weg. In den beiden Trainingseinheiten hatte Janssen nach der dürftigen Vorbereitung endlich jeweils 14 Akteure zur Verfügung und konnte so etwas intensiver in die Spielvorbereitung gehen. Und auch für die Partie gegen den letztjährigen souveränen Regionsliga-Meister konnte man aus dem Vollen schöpfen beziehungsweise verzichteten zwei Akteure sogar freiwillig, da man 16 einsatzfähige Spieler vor Ort hatte. Auch die Gäste waren mit voller Kapelle angereist und wollten ihren Saisonstart nach dem Sieg aus der Vorwoche vergolden. Janssen hatte seine Farben auf einen sehr hart agierenden Gegner eingestellt und wollte von seinen Spielern ebenfalls eine kompromisslose und kollektive Abwehrarbeit sehen. Dieser Vorgabe kam der TuS dann auch direkt recht ordentlich nach. Weil beide Seiten nur äußerst selten in‘s Tempospiel kamen, musste nahezu jeder Angriff aus dem gebundenen Spiel heraus umgesetzt werden. Und da der Schiedsrichter die Härte nicht aus dem Spiel nahm, arbeiteten beide Mannschaften am Rande des Erlaubten und einige Male auch darüber hinaus, um Gegentore zu verhindern. Trotzdem gelang es den Holthusern, sich viele freie Würfe zu erspielen, doch die Chancenverwertung sollte während der gesamten Partie das ganz große Manko im TuS-Spiel sein. Selbst die ersten drei Siebenmeter, die man zugesprochen bekam, konnten nicht im Tor untergebracht werden. Großen Anteil daran hatte der beste Gäste-Akteur Hendrik Haneburger, der im Tor seine Klasse unter Beweis stellte, etliche 100%ige Chancen des TuS vereitelte und sicherlich in so machem Alptraum einiger Holthuser Akteure einen nicht kleinen Part eingenommen haben wird. So gelang es den Rheiderländern im ersten Durchgang einfach nicht, sich abzusetzen. Die Folge war eine sehr torarme Halbzeit, die mit einer 10:9-Führung für die Hausherren endete.

Janssen forderte sein Team in der Pause auf, weiterhin im Angriff in die Tiefe zu gehen und sich nicht von der aggressiven Gäste-Defensive einschüchtern zu lassen. Zudem lag der Fokus zwangsläufig auf einer kaltschnäuzigeren Verwertung der sich bietenden Torgelegenheiten. Die Umsetzung ließ sich nicht lange auf sich warten, denn die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte eindeutig den Gastgebern. Durch bessere Beinarbeit und einige Paraden des guten Lars Battermann im TuS-Tor konnte man endlich auch einige Tempogegenstöße laufen und sich innerhalb weniger Minuten eine 5-Tore-Führung erarbeiten. Wirklich Sicherheit kam dadurch jedoch auch nicht in das Holthuser Spiel. So gab man die aufwendig erspielte Führung gegen nie aufsteckende Gäste immer weiter her, leistete sich im Angriff wieder eklatante Fehlwürfe und musste sieben Minuten vor dem Ende befürchten, die Partie komplett herzugeben. Zu diesem Zeitpunft waren die Marienhafer bis auf einen Treffer herangekommen und das sprichtwörtliche Momentum gehörte ihnen. Janssen versuchte, mit einem Team-TimeOut dagegenzuwirken, und dies sollte sich als goldenes Händchen erweisen. Die 60 Sekunden nutzten er und seine Schützlinge, um sich noch einmal zu sammeln. Jeder TuS-Akteuer riss sich in der Folge noch einmal in der Abwehr auseinander, sodass es den Gästen bis zur Schlusssirene nicht mehr gelang, Battermann zu überwinden. Auf der Gegenseite fanden weiterhin nicht alle, aber zumindest einige Würfe den Weg in‘s Gäste-Tor, sodass man sich nun wirklich spielentscheidend absetzen konnte. So lag man sich am Ende jubelnd in den Armen.

Mit zwei Punkten im Rücken können die Holthuser nun deutlich entspannter nach Wilhelmshaven reisen, wo am kommenden Samstag mit dem Wilhelmshavener SSV II der nächste starke Gegner und „grenzwertige Bedingungen“ auf den TuS warten.


TuS Holthusen: Lars Battermann (TW), Keno Poppen, Jörg Janssen (3), Jörn Battermann, Michael Frese, Vincent Poral (4), Johannes Kampen (2), Jan Löning (3), Nico Havrilla, Marco Post (2/2), Malte Löning (3), Joachim Frese, Thomas Pawlik (1), Markus Janssen (5).

Schiedsrichter: Peter Frerichs

Spielfilm: 2:3 (5. Min.), 5:3 (10.), 5:5 (15.), 6:6 (20.), 7:7 (25.), 10:9 (Halbzeit), 13:10 (35.), 16:12 (40.), 17:15 (45.), 19:16 (50.), 19:18 (55.), 23:18 (Ende).

Zeitstrafen: 6 (TuS) / 5 (TuRa)

Siebenmeter: 5 – 2 Tore (TuS) / 4 – 3 Tore (TuRa)