Spielbericht – TuS Holthusen vs. Wilhelmshavener HV III – 4. Spieltag

– Spielbericht –

Regionsoberliga Ems Jade – Saison 2018/20194. Spieltag

 

TuS Holthusen vs. Wilhelmshavener HV III 24:27 (15:13)

 

Vermeidbare Pleite gegen den Tabellenführer

Lange Zeit durften die Herrenhandballer des TuS Holthusen an einer Überraschung schnuppern, um am Ende doch die zweite Niederlage in Folge einstecken zu müssen. Vor heimischer Kulisse unterlagen die Rheiderländer dem Tabellenführer Wilhelmshavener HV III mit 24:27 Toren.

Ein derartiges Ergebnis hätte TuS-Trainer Johann Janssen vor der Partie sicherlich direkt unterschrieben, denn nach den beiden bisherigen Auftritten in der noch jungen Saison und dazu drei spielfreien Wochen, in denen man beim Training aufgrund etlicher fehlender Spieler nahezu keine Chance hatte, an irgendwelchen Stellschrauben zu drehen, wäre eine deutliche Abreibung sicher nicht unerwartet gewesen. Schließlich hatte man mit dem Spitzenreiter aus Wilhelmshaven einen deutlich stärkeren Gegner vor der Brust als im letzten Heimspiel. Janssen, dem in dieser Partie entgegen der Trainingsbeteiligung 14 Akteure zur Verfügung standen, warnte sein Team vor allem vor dem starken Rückraum der Gäste und wollte von seiner Mannschaft eine deutliche aktivere Abwehrarbeit sehen als zuletzt. Und diese Vorgabe setzten die Blau-Weißen sehr zufriedenstellend um. Nach zehn ausgeglichenen Minuten, in denen beide Mannschaften versuchten, offensiv die richtigen Lösungen zu finden und dabei einige Probleme offenbarten, nahmen die Hausherren das Zepter in die Hand. Dank einer guten Defensive ließ man knappe neun Minuten keinen Gegentreffer zu und zeigte im Angriff, angetrieben vom starken Thomas Janssen, eine deutliche höhere Effektivität als zuletzt. Lohn der besten Phase im gesamten Spiel war eine 5-Tore-Führung, die man allerdings in der Folge viel zu leichtfertig wieder herschenkte. Hatte bei den Gästen zu Beginn des Spiels ausnahmslos Karsten Tönjes für Torgefahr gesorgt, nutzten sie im letzten Drittel des ersten Durchgangs die immer größer werdenden Lücken im Holthuser Abwehrverbund vor allem über ihren Kreisläufer aus und glichen wenige Minuten vor dem Pausentee wieder aus. Von diesem Rückschlag erholte sich die Heimsieben jedoch schnell und durfte beim Seitenwechsel mit einer 15:13-Führung in die Kabine gehen.

Auch im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer lange Zeit eine TuS-Mannschaft, die unentwegt auf einen Heimsieg zusteuerte. Auch wenn man sich für eigene Torerfolge teilweise außerordentlich strecken musste, gelang es der Janssen-Sieben immer, den Vorsprung zu halten und teilweise sogar auf drei Tore auszubauen. Hatte man dabei in der ersten Halbzeit sicherlich von der nicht vorhandenen Linie der beiden Unparteiischen profitiert und einige Pfiffe mehr zu seinen Gunsten erhalten, drehte sich dies im zweiten Durchgang zum Leidwesen der Holthuser leider vollends. Gegen die immer robuster zupackendere Defensive der Gäste fand man immer weniger Mittel und wenn man sich durchgearbeitet hatte, wurden etliche Fouls oder Abwehr im Raum jedoch nicht mit den entsprechenden Siebenmetern oder Zeitstrafen geahndet, die sich die Holthuser wünschten. Der Tabellenführer hingegen spielte seinen Stiefel unbeirrt herunter und bedankte sich beim TuS, der sich mehr mit der Schiedsrichterleistung als mit sich selbst beschäftigte und für vermeintliches Meckern Zeitstraften kassierte, indem man mit vier Toren in Folge erstmals im gesamten zweiten Durchgang fünf Minuten vor dem Ende plötzlich wieder vorne lag. Zwar glich die Heimsieben noch einmal aus, traf danach aber zu viele falsche Entscheidungen und musste so mit ansehen, wie die Gäste sich entscheidend absetzen konnten. So feierten beim Schlusspfiff die Gäste einen über die gesamte Spielzeit sicherlich glücklichen 27:24-Auswärtssieg.

Wie so oft bestätigte sich die alte Weisheit, dass man solche Spiele gewinnt und das nötige Quäntchen Glück hat, wenn man oben steht. Nichtsdestotrotz können die Holthuser auf dieser Leistung aufbauen und werden eine mindestens gleichwertige auch abliefern müssen, um am kommenden Wochenende beim nächsten Aufstiegsfavoriten, der SG Obenstrohe/Dangastermoor, für Zählbares in Frage zu kommen.

TuS Holthusen: Steffen Luikenga (TW), Lars Battermann (TW), Lars de Buhr (TW), Jörg Janssen (2), Malte Löning (1/1), Johannes Kampen (2), Vincent Poral (3), Marco Post (1), Thomas Janssen (6), Jürgen Dreesmann, Nico Havrilla, Joachim Freese (4/2), Keno Poppen (1), Markus Janssen (4).

Schiedsrichter: Stefan de Vries & Michael Schwab

Spielfilm: 2:1 (5. Min.), 3:3 (10.), 6:4 (15.), 10:6 (20.), 12:10 (25.), 15:13 (Halbzeit), 16:14 (35.), 18:16 (40.), 19:17 (45.), 22:19 (50.), 23:24 (55.), 24:27 (Ende).

Zeitstrafen: 5 (TuS) / 3 (WHV)

Siebenmeter: 63 Tore (TuS) / 21 Tor (WHV)